Die Lehre vom Abschöpfen
Ein Dieb nimmt den Beutel. Wir nehmen nie den Beutel. Ein leerer Beutel wird vermisst, gesucht, geahndet. Was oben schwimmt, vermisst niemand – es war ja immer schon zu viel.
Man schöpft nicht den Brunnen leer. Man schöpft, was er von selbst hergibt, und lässt ihn sich wieder füllen. Wer das begreift, muss nie zweimal an derselben Tür klopfen. Er kommt immer wieder, und man freut sich sogar, ihn zu sehen.
Der ergiebigste Brunnen ist ohnehin nicht der, den man selbst gräbt. Andere graben gern – für Ruhm, für Rache, aus Ehrgeiz, aus Dummheit. Man lässt sie graben, lobt ihren Fleiß, und steht bereit, wenn das Wasser kommt. Die Arbeit trägt ihren Namen. Der Ertrag trägt unseren.
Schere und Steyn nennen das Feigheit. Wir nennen es das Einzige, was auf lange Sicht funktioniert.